Mexiko-Stadt, 11. Juli 2011 (MTN) – So einen Freudenrausch hat Mexiko lange nicht mehr erlebt: In allen Städten Mexikos, allen voran in der Hauptstadt, strömten jubelnde Mexikaner mit Kind und Kegel in die Innenstädte, tanzten, lachten, weinten Freudentränen. Ihre „chavos“, wie sie die unter 17 Jahre jungen Spieler ihrer Nationalelf nennen, hat Mexiko zum zweimaligen Weltmeister in dieser Kategorie gemacht. Kaum war das Spiel am Sonntagabend zu Ende, strömten zahlreiche Hauptstädter unter ohrenbetäubenden Hupkonzerten aus allen Himmelsrichtungen zum Engel der Unabhängigkeit am Paseo de la Reforma. Platzregen, Blitz und Donner konnten sie nicht von ihrem Freudentaumel abhalten.
Das 2:1-Ergebnis gegen Ururguay stellte alle Nachrichten in den Schatten. Und das hat dem vom blutigen Drogenkrieg gebeutelten Volk sichtlich gut getan. Endlich mal gute Nachtichten zum Feiern! Für unsere Mexiko-Travelnews-Leser hat sich Fotografin Daniela Diegelmann ins Getümmel gestürzt und einige Eindrücke mitgebracht.
Auch am Montag vormittag, als die siegreichen Jungs bei strahlendem Sonnenschein auf dem roten Cabrio-Doppeldecker durch die Stadt zur Präsidentenresidenz kutschiert wurden, kannte der Jubel keine Grenzen. Die Parade über den Paseo de la Reforma zum Unabhängigkeitsengel wurde flankiert von tausenden jubelnden Mexikanern – von jung bis alt, Arbeiter, Angestellte im feinen Zwirn und selbst Börsianer hatten das nahe Börsenparkett verlassen – kaum jemand ließ es sich entgehen, den Triumpfzug wenigstens ein Stückchen zu begleiten. Selbst aus der Nachbarstadt Toluca 70 km westlich von Mexiko-Stadt, kamen sie, einige hatten sogar die Arbeit geschwänzt in der Hoffnung auf “Verständnis vom Chef”, wie sie im Radio erzählten.
Seit Julio Gómez trotz Kopfwunde im Halbfinale gegen Deutschland heldenhaft weiterspielte und mit seinen Toren Mexiko ins Finale brachte, ist der Kopfverband in Mexiko Mode geworden. Geschäftstüchtig und einfallsreich wie die mexikanischen Verkäufer sind, sind einige auf die Idee gekommen, solche Verbände in stundenlanger Nachtarbeit zu fabrizieren und zu 15 Pesos (knapp ein Euro) das Stück entlang des Triumpfzuges zu verkaufen – die Verbände sind weggegangen wie heiße Semmeln. (hl)










Nice pics!!!