Chiapas in Südmexiko: Reich an Naturschätzen

Indianische Völker, zauberhafte Kolonialstädte und eine vielfältige Kultur machen den Reiz von Chiapas aus

Von Herdis Lüke

Eine Reise durch Chiapas steht für Abenteuer und Kultur im Übermaß. Der südlichste Bundesstaat Mexikos hat mit Palenque, Bonampak und Yaxchilán faszinierende archäologische Stätten und zauberhafte Kolonialstädte zu bieten. Die Kultur des Bundeslandes manifestiert sich in den unterschiedlichen Religionsauslegungen, Traditionen, Mythen und Ritualen, die die insgesamt sieben indianischen Kommunen von Generation zu Generation weitergeben: Tzeltales, Tzotziles, Choles, Lakandonen, Zoques, Tojolabales, Mames, Chujes, Cackchiquéles und Mochos. Chiapas gehört landschaftlich zu den schönsten Bundesstaaten Mexikos. In Chiapas gibt es sieben unterschiedliche Ökosysteme. Die gewaltige Sumidero-Schlucht, die Wasserfälle Agua Azul und Misol-Há, der Urwald um die Pyramidenstadt Palenque oder die Öko-Reservate Lagunas de Montebello, La Encrucijada, Montes Azules, El Ocote und Lacantón sind nur einige Beispiele davon.

Sumidero-Schlucht Chiapas

Sumidero-Schlucht. Foto: Herdis Lüke

Die Entscheidung, von wo aus man am besten eine Rundreise beginnt, ist vor allem in Chiapas schwierig, weil es unzählige Routen gibt, die jede für sich viele Überraschungen verspricht, egal, ob Sie von Villahermosa in Tabasco oder von Tuxtla Gutiérrez aufbrechen. Tuxtla Gutiérrez, die Hauptstadt von Chiapas, wird von Touristen häufig am Rande liegen gelassen. Zu Unrecht, denn die Stadt hat einiges Interessantes zu bieten. Zum Beispiel einen fantastischen Zoo. Der Zoologische Garten Miguel Alvarez del Toro im Zobotal-Park gilt als einer der besten seiner Art. Inmitten üppiger Vegetation ist hier ausschließlich die Tierwelt der Region zu sehen, darunter Jaguar und Tapir, verschiedene Vogelarten wie Tukan und Quetzal, Schlangenarten wie Boa und Klapperschlange und Reptile wie Kaiman und Krokodil.

Im schattigen Botanischen Garten Dr. Faustino Miranda erlebt der Besucher gleich die nächste Überraschung. Neben umfassenden Informationen über die vielseitige Vegetation der Region, gibt es hier nämlich einen beachtlichen Heilpflanzengarten. Die Heilpflanzen wurden schon von den antiken Maya genutzt und verarbeitet. Auch heute wird vielerorts noch mit der traditionellen Maya-Medizin behandelt. In San Cristóbal de las Casas gibt es sogar ein Zentrum der Maya-Medizin, in dem Schamanen alle möglichen Leiden kurieren. Auch abends wird es einem in Tuxtla Gutiérrez keinesfalls langweilig. So übt der kleine Marimba-Park unweit der Kathedrale auf Besucher eine besondere Fazination aus: Zu den Rhythmen der Marimba-Spieler schwingen hier ältere Paare immer noch gekonnt die Hüften.

Überwältigend: Die Sumidero-Schlucht

Der Weg zur Sumidero-Schlucht führt über Chiapa de Corzo. Der Blick von der Brücke Belisario Domínguez, die in schwindelnder Höhe den Grijalva-Strom überquert, erhält man einen ersten Eindruck: Mit bis 1000 Metern Höhe bildet sie einen der beeindruckendsten geologischen Brüche in Lateinamerika. Sie beginnt 23 Kilometer südlich von Tuxtla Gutiérrez und endet nach 42 Kilometern am Stausee Chicoasén. Hier liegt ein Kraftwerk, das den größten Teil Südostmexikos mit Strom versorgt.

Die Schlucht lässt sich zwar auch auf dem Landweg über eine asphaltierte Straße erkunden, wenn man von Tuxtla Gutiérrez aufbricht. Auf dem Weg liegen die Aussichtspunkte La Ceiba, La Coyuta und El Tepehuaje, El Roblar – die sich auch zum Camping eignen – und Los Chiapa, wo man die Gelegenheit hat, die vielseitige regionale Küche zu probieren. Am beeindruckendsten jedoch ist eine rasante Fahrt mit dem Schnellboot von dem idyllischen Städtchen Chiapa de Corzo aus, das 14 Kilometer südlich von Tuxtla Gutiérrez am Ufer des Grijalva liegt. Der riesige Strom fließt in Tabasco zusammen mit dem Usumacinta in den Golf von Mexiko. An der Anlegestelle liegen die modernen Schnellboote, die sich schnell mit Touristen füllen, die sich Schwimmwesten überstülpen müssen. Die Gischt spritzt hoch, wenn der „Käpt’n“ Fahrt aufnimmt und dann plötzlich stoppt, um uns Höhlen zu zeigen, Wasserfälle und imposante geologische Formationen wie den Weihnachtsbaum (Árbol de Navidad). Der sieht tatsächlich aus wie ein Stein gewordener geschmückter Tannenbaum.

Brücke Belisario Dominguez

Brücke Belisario Dominguez. Foto: Jürgen Böhning

Zwischen Tuxtla und San Cristobal

Landschaft bei Tuxtla. Foto: Jürgen Böhning

Der Legende nach hat sich bei der Kolonialisierung von Chiapas der Stamm der Chiapa mitsamt Frauen und Kindern von der höchsten Stelle der Schlucht in die Tiefe gestürzt – lieber wollten sie sterben als sich von den anrückenden Spaniern zu Sklaven machen zu lassen. Unterwegs beobachten wir dicke schwarze Aasgeier, die auf kahlen Ästen am Ufer rasten und kleinere Krokodile, die ihre Nase aus dem seichten Wasser am Ufer recken und – schwupp – blitzschnell einen Vogel schnappen und vor unseren Augen verschlingen.

Im Frühjahr 2003 ist an der Sumidero-Schlucht der gleichnamige Öko- und Erlebnispark eingerichtet worden, in dem man sich auch Kayaks und Mountain-Bikes mieten kann. Betreiber ist die Xcaret-Gruppe, die an der mexikanischen Karibikküste die Öko- und Erlebnisparks X-Caret, Tulum und El Garrafón an der Riviera Maya betreibt. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, hier mexikanische Disneylands hochgezogen zu haben – das aber stimmt nicht. Im Gegenteil, hier wie an der Riviera Maya wird den Besuchern auf spannende Weise und verbunden mit sportlichen Aktivitäten die regionale Kultur und Natur nahe gebracht.

Indianerinnen in Chiapa de Corzo

Indianerinnen in Chiapa de Corzo. Foto: J. Böhning

Maurischer Brunnen in Chiapa de Corzo

La Pila in Chiapa de Corz. Foto: Herdis Lüke

Die einheimische Bevölkerung wird überall als Dienstleister integriert – als Parkwächter, Guides, Verkäufer oder Servicekräfte. Die Schnellboote beispielsweise gehören einer Kooperative. Der Tourismus ist hier, im ärmsten Bundesland Mexikos, zu einer der wichtigsten Einnahmequellen geworden. Gleichzeitig haben die Ökoparks auch eine wichtige erzieherische Funktion, indem die Bevölkerung für den Erhalt ihrer Kultur und Umwelt sensibilisiert wird.

Chiapa de Corzo ist eine kleine, gemütliche Stadt. Im zentralen Park steht mit La Pila einer der schönsten Kolonialbrunnen der Welt, erbaut im 16. Jahrhundert im maurischen Stil, der die Bevölkerung einst mit Wasser versorgte, heute aber leider mit Müll verunziert wird. Ein Beispiel für die koloniale Architektur ist die Kirche Santo Domingo, in der noch die 1576 angebrachte Glocke läutet. Einen schönen Ausblick über den Ort und den Río Grande de Chiapa hat man an den Ruinen der Kirche San Sebastián. Einen Besuch wert ist aber auf jeden Fall das Lackmuseum (Museo de la Laca), das auf anschauliche Weise die chinesische Lackkunst mit der mexikanischen vergleicht. Am südlichen Ortsrand liegen die Reste einer Pyramide mit Maya- und Olmekeneinfluss. Im Inneren der restaurierten einstöckigen Pyramide wurde ein Grab mit bedeutenden Keramikobjekten gefunden, die hier auch zu sehen sind. Bei der Anlage handelt es sich um eine der ältesten präkolumbischen Stätten Mesoamerikas.

Agua Azul

Agua Azul Palenque. Foto: Herdis Lüke

Agua AZul

Agua Azul. Foto: Herdis Lüke

In der unmittelbaren Umgebung von Chiapa de Corzo ist außerdem der Wasserfall El Chorreadero einen Abstecher wert. Hier ergießt sich ein unterirdischer Fluss – in dem man auch tauchen kann – aus einer Grotte. Der Stausee La Angostura lädt unter anderem zum Fischen ein.

Eine der landschaftlich schönsten Routen ist die von San Cristóbal de las Casas nach Palenque. Vom kühlen Hochland führt die kurvenreiche Straße durch die Kaffeeanbaugebiete in den tropischen Urwald. 64 Kilometer vor der Stadt, die ihren Namen der legendären Maya-Stätte verdankt, liegen die imposanten Wasserfälle von Agua Azul. Der gleichnamige Fluss stürzt sich in mehreren teilweise gewaltigen Kaskaden in den Fluss Bascán. In einigen der natürlichen Becken kann man auch baden. Dass es in anderen lebensgefährlich sein kann, zeigen große Warntafeln. Hier sind schon einige Touristen in den reißenden Wirbeln ertrunken. An den Wegen entlang der Wasserfälle inmitten der üppigen Vegetation liegen zahlreiche Restaurants, die sich gegenseitig mit den köstlichsten Fischgerichten zu überbieten scheinen. Hier kann man herrlich ausspannen, den einheimischen Kindern zusehen, die ihre in Maya-Tracht gekleideten Mütter beim Verkauf von Süßigkeiten und Kunsthandwerk unterstützen. In Agua Azul kann man auch gut campen. Von den Zapatisten, die sich am 1. Januar 1994 gegen die Regierung erhoben und im Urwald ihre Stützpunkte haben, ist nirgendwo etwas zu sehen. Stattdessen überall Militärpatrouillen – Reisen in Chiapas ist absolut sicher.

Den nächsten Wasserfall erreicht man 34 Kilometer nördlich von Agua Azul. Misol-Há ist mit Agua Azul zwar nicht zu vergleichen, ist aber weitgehend unberührt. Das Wasser fällt 30 Meter tief in ein 300 Meter langes und 100 Meter breites natürliches Becken, das zwischen 80 Zentimetern und zwei Metern tief ist, in dem man ohne Gefahr schwimmen kann. Inzwischen wurde hier mitten im Wald von einer Kooperative ein Hotel mit einzelnen kleinen, recht komfortabel und mit Küche und Duschbad ausgerüsteten Hütten sowie ein rustikales Restaurant gebaut. Die Ruhe hier ist himmlisch. Das Rauschen des Wassers und zwitschernde Vögel in der klaren, nach Holz und Kräutern duftenden Luft sind Musik in unseren Ohren.

In den Regenwäldern von Chiapas bei Agua Azul, in Palenque, Bonampak und Yaxchilán leben die Lakandonen-Indianer. Durch die illegale Abholzung der Wälder haben sie in den vergangenen Jahrzehnten ihre angestammten Lebensräume zu großen Teilen verloren und leben heute vorwiegend vom Tourismus und den Verkauf von Kunsthandwerk.

47 Kilometer östlich von Tuxtla Gutiérrez stößt man auf den Wasserfall El Aguacero, wo sich der Fluss La Venta in die Tiefe stürzt. Der Ort ist auch wegen seiner Vegetation und der hier zu beobachten Vogelwelt ideal, um zwischendurch zu relaxen. Nur wenige Kilometer westlich von San Cristóbal de las Casas liegt das kleine Naturreservat Rancho Nuevo. Hier gibt es eine 28 Kilometer lange Grotte mit Stalaktiten und Stalagmiten. Durchsickerndes Regenwasser hat hier außerdem einen unterirdischen See geformt.

Hochland Chiapas

Hochland Chiapas. Foto: Herdis Lüke

Lagunas de Montebello

Lagunas de Montebello. Foto: Sectur Chiapas

Ein farbenprächtiges Naturphänomen liegt im Süden von Chiapas im Grenzgebiet zu Guatemala: Der Nationalpark Lagunas de Montebello. Hier reiht sich ein kleiner See an den anderen, jeder besticht durch seine eigene Wasserfarbe. Die Lagunen haben sich aus Cenotes (Wasserlöchern) gebildet, indem sich die Felsen mit der Zeit aufgelöst haben. Die unterschiedlichen Farben des Wassers werden von der Art des Grundes, der Vegetation und dem Lichteinfall bestimmt und wechseln dabei im Laufe des Tages mehrmals. Erreichbar über eine asphaltierte Straße sind die Lagunen La Esmeralda, La Encantada, Bosque Azul, Ensueño und Antiguo. Andere Lagunen sind von dichtem Pinienwald umgeben. Eine nicht ausgebaute Straße führt zu den Seen Montebello, Cañada, Pojoj, El Tziscao und Dos Lagunas. Der See El Tziscao liegt direkt an der Grenze zu Guatemala.

Bei den Tzotzil-Indianern

Nur zehn Kilometer nördlich von San Cristóbal de las Casas entfernt liegt das Dorf San Juan Chamula, Zentrum der gleichnamigen Kommune. Das Dorf ist prähispanischen Ursprungs und war schon vor der Kolonialisierung ein bedeutendes Zentrum der Tzotzil-Indianer. Der Ort ist berühmt wegen seiner Zeremonien und Rituale, einer Mischung aus katholischer Religion und Maya-Glauben. Hier sollten Touristen das strikte Fotografier-Verbot beachten. Zwölf Kilometer westlich von San Cristóbal liegt das Dorf Zinacantán in einer fruchtbaren Ebene, deren Bewohner offener sind und wo die katholische Religion auch mehr praktiziert wird als bei ihren Nachbarn.

Marrkt San Juan Chamula

Markt San Juan Chamula. Foto: Jürgen Böhning

Kinder Zinacantan

Kinder Zinacantan. Foto: Herdis Lüke

Nördlich von San Juan Chamula liegt inmitten von Kaffeeplantagen und Orangen- und Bananenhainen das Dorf San Pedro Chenalhó, das berühmt ist für seine farbenprächtigen huipiles (Umhänge beziehungsweise Ponchos), die mit mystischen und traditionellen Symbolen der Region verziert sind. Südlich von San Cristóbal ist noch der Ort Amatenango del Valle sehenswert. Der Ort gilt als Zentrum für Töpferwaren, die hier nach uralten überlieferten Techniken gefertigt werden.

Die Küste von Chiapas

Schon der Weg ist das Ziel – auf Chiapas trift das immer zu. Von Tuxtla Gutiérrez aus in Richtung Küste erreicht man nach 164 Kilometern die in üppige tropische Vegetation eingebettete kleine Stadt Tonalá, eine der ältesten Städte von Chiapas. Auf dem Hauptplatz im Zentrum sind Reste eines Olmeken-Tempels mit einer Figur des Regengottes Tlaloc zu sehen. Sehenswert ist auch die Kirche von San Francisco de Asis. Der Heilige Franz von Assisi ist auch Schutzpatron der Stadt. Außerdem lohnt sich ein Besuch im Archäologischen Museum, in dem zahlreiche archäologische Funde wie Urnen, Arbeitsinstrumente, Olmeken-Köpfe und die riesige Figur eines Affen zu bestaunen sind.

Zwölf Kilometer westlich von Tonalá gelangt man an die Paredón-Bucht am so genannten Toten Meer, das verschiedene Wassersportmöglichkeiten bietet. In den Fischläden bekommt der Besucher einen interessanten Einblick in die Arbeit der Fischer. Wer selbst einen Fisch gefangen hat, kann ihn sich hier gleich zubereiten lassen.

Puerto Arista – noch ein Geheimtipp

Von Tonalá aus führt eine Straße (etwa 23 Kilometer) nach Puerto Arista, den beliebtesten Badeort von Chiapas – bei ausländischen Touristen noch weitgehend unbekannt. Puerto Arista zeichnet sich vor allem durch herrliche, weite weiße Sandstrände und üppige Vegetation aus. Kleinere Hotels und Restaurants machen den Ort zusätzlich sympathisch. Nicht weit von Puerto Arista warten die Lagunen La Joya und Buena Vista auf Gäste. Die Lagune La Polka verführt zu romantischen Bootsausflügen und erfreut auch das Herz von Petri-Jüngern.

Puerto Arista

Puerto Arista. Foto: Sectur Chiapas

Izapa

Maya-Stätte Izapa. Foto: Sectur Chiapas

Von Puerto Arista Richtung Tapachula (Nationalstraße 200) erreicht man nach etwa 50 Kilometern den Ort Pijijiapan und die Strände Costa Azul, Augua Tendida und Playa Grande. Kurz vor Tapachula zweigt eine Straße nach Acapetahua zur Anlegestelle Las Garzas ab. Von hier fahren Boote durch dichte Mangroven zum Reservat La Encrucijada. Das Reservat ist von Mangroven-Kanälen durchzogen, die als die höchsten des gesamten Pazifiks gelten. Die Mangrovenwurzeln sind höher als das Wasser. Hier sind vor allem weißer Pelikan und Storch zu beobachten. Nicht weit von hier, aber in die Gegenrichtung, führt die selbe Straße in das Bioreservat El Triunfo, in dem man zahlreiche vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere beobachten kann.

Tapachula liegt knapp 400 Kilometer südlich von Tuxtla Gutiérrez am Fuß des erloschenen, über 4000 Meter hohen Vulkans Toniná und wird auch Perle des Soconuco genannt. Sie ist das wichtigste Handelszentrum für Agrarprodukte (unter anderem Kaffee) im Süden von Chiapas. Das Archäologische Museum neben dem Rathaus (Palacio Municipal) zeigt eine sehr interessante Sammlung von Funden aus diversen archäologischen Stätten der Region. Herausragend sind ein mit Blattgold überzogener Schädel mit eingearbeiteten Türkis-Steinen und die Stele 5 aus Izapa, in die ein Lebensbaum und Götter gemeißelt sind. Diese bedeutende archäologische Zone liegt elf Kilometer östlich von Tapachula und wurde etwa 1550 v. Ch. gegründet. Die Anlage erstreckt sich über ein vier Quadtratkilometer großes Areal mit künstlichen Erdhügeln, Tempelplattformen, Innenhöfen und einem Ballspielplatz. Die hier gefundenen Steinskulpturen zeigen olmekischen Einfluss. Auf Maya-Einfluss weisen die Stelen und Flachreliefs hin.

30 Kilometer in südöstlicher Richtung von Tapachula liegt die Hafenstadt Puerto Madero, wo jedes Jahr internationale Angelwettbewerbe abgehalten werden. Puerto Madero ist außerdem ein beliebter Badeort, in dem man auf seiner Rundreise eine Erholungspause einlegen kann.

Usumacinta

Usumacinta. Foto: Herdis Lüke

Vulkan Tacana

Vulkan Tacana. Foto: Sectur Chiapas

Um Kaffee dreht sich alles in Unión Juárez. Der Ort liegt 34 Kilometer nördlich von Tapachula in der Sierra Madre in der Region Soconusco, in der Nähe des Vulkans Tacaná an der guatemaltekischen Grenze. In diesem Kaffeeanbaugebiet haben einst deutsche Einwanderer Kaffeeplantagen errichtet. In Santo Domingo zum Beispiel ist das herrschaftliche Haus von Enrique Braun Hansen zu besichtigen, das heute ein Kaffeemuseum beherbergt.

Das Museum vermittelt eine gute Vorstellung über die Entwicklung der Kaffeeplantagen und über den Produktionsprozess von der Ernte bis zur gerösteten Kaffeebohne. Zu sehen sind Werkzeuge und Anlagen, wie sie noch in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts eingesetzt wurden.

Zur Einstimmung auf Chiapas empfehlen wir die Erzählungen des Schriftstellers Eraclio Zepeda. Der Chiapaneke gehört zu den populärsten Autoren im heutigen Mexiko. Mit tiefsinnigem Humor erzählt der 1937 geborene Dichter und Schauspieler Geschichten und Anekdoten aus seiner wilden, schönen Heimat. Inspiriert von den Naturkräften des Urwalds, von der Welt der Magie und Mythen seines Volkes, erzählt er mit dem erklärten politischen Engagement für die indianische Landbevölkerung in einfachen Worten von persönlichen und kollektiven Gefühlen. Einige seiner Bücher sind inzwischen in deutscher Sprache erschienen.

Weiterer Buchtipp: “Zeit für Mexiko“, von Christian und Regula Heeb, Susanne Asal und Herdis Lüke, Bucher-Verlag, 2005, ISBN-10: 3765814911, ISBN-13: 978-3765814914)

Über Herdis

Die deutsche Journalistin und Autorin Herdis Lüke hat Mexiko zu ihrer Wahlheimat gemacht. Das erste Mal lebte sie bereits von 1974 bis 1976 und von 1978 bis 1986 in Mexiko. Auch während ihrer 20 Jahre als Journalistin in Hamburg hat sie Mexiko immer wieder besucht und darüber geschrieben - als Autorin u. a. in den Mexiko-Travelnews. Seit 2006 lebt sie wieder permanent in Mexiko.