Mexiko-Stadt (MTN) – Mehr als 500 Veranstalter von Öko- und Abenteuereisen aus 26 mexikanischen Bundesstaaten prasentieren sich vom 2. bis 4. Juni auf der Spezialmesse für Öko- und Abenteuerreisen “Expo Aventura y Ecoturismo” im Worldtrade Center in Mexiko-Stadt. Neu ist in diesem Jahr ein großer Freiluftbereich zum Relaxen oder zum Ausprobieren verschiedener Sportarten, kündigte die Leiterin der mexikanischen Messeorganisation Tradex und Vorsitzende der Mexikanischen Vereinung für Abenteuer- und Ökoturismus (AMTAVE), Wendy Hesketh an.
Unter dem Motto ≴Schluss mit der Theorie – Vermarkten wir das Naturprodukt Mexiko≴ wird zum Auftakt der Messe am 1. Juni ein Forum über Ökotourismus veranstaltet. Am 2. Juni folgt ein Seminar, bei dem es um den effizienten Einsatz von Energie und erneuerbare Energien geht. Am 3. Juni stehen Konferenzen unter anderem über unseren Planeten und das Universum auf dem Programm.
Die Messe ist eine gute Gelegenheit, sich über das große Angebot an Routen für Abenteuerreisen, Sport- und Ökotourismus in Mexiko zu informieren. Mexiko bietet ein riesiges Potenzial für die Entwicklung des Natur- und Abenteuertourismus. Im ganzen Land gibt es rund 100 ausgewiesene Naturschutzgebiete, die eine Flache von 11,8 Millionen Hektar bedecken. Die Flache entspricht sechs Prozent des gesamten mexikanischen Territoriums.
Kaum ein Land hat so viele unterschiedliche Landschaften zu bieten wie Mexiko: Da sind die Gebirge der Sierra Madre Oriental und Occidental, die bis zu 1000 Meter tiefe Sumidero-Schlucht in Chiapas und die monumentale Kupferschlucht in Chihuahua. Die Vulkane Popocatépetl und Iztaccihuátl in Puebla, der Pico de Orizaba in Veracruz sind eine Herausforderung für Alpinisten aus allen Landern der Welt. In Veracruz locken zudem die Landstraßen im bergigen Kaffeeanbaugebiet bei Jalapa zu ausgedehnten Fahrradtouren – übrigens ein beliebtes Trainingsziel für Radrennfahrer – und in der Regenzeit reißende Flüsse zu aufregenden Rafting-und Fluss-Kajak-Touren.

Die Wasserfalle von Agua Azul in Chiapas. Foto: Herdis Lüke
In der Gegend von Huatulco an der Pazifikküste von Oaxaca liegen die Wasserfalle von El Copalito – für Rappel-Akrobaten noch ein Geheimtipp. Dem stehen die Sierra Gorda in Querétaro oder die Huasteca Potosina im Bundesstaat San Luis Potosá – wo jedes Jahr im Frühjahr ein Abenteuer-Tourismus-Kongress mit spektakularen Wettkampfen stattfindet – in nichts nach. Das gilt genau so für Michoacán mit dem Sanktuarium der Monarch-Schmetterlinge und die Halbinsel Baja California, ein Eldorado für Surfer, Kitesurfer und für Walbeobachter. Nicht zu vergessen die Halbinsel Yucatán, die auf Grund ihrer geografischen Besonderheit als Kalkplatte mit unzähligen Wassergrotten und unterirdischen Flüssen aufwarten kann und mit Biospharenreservaten wie Sian Ka’án an der Karibikküste oder Celestún bei Mérida am Golf von Mexiko. Und das alles gepaart mit der grandiosen Kultur der Maya. (hl)





Es stimmt schon, der Begriff “Ökotourismus” wird in Mexiko oft verballhornt. Bilder mit Cuatrimotos, bei denen gerade eine Motorwäsche in einem Gebirgsfluss durchgeführt wird, werden da z.B. als Werbefotos präsentiert, von sanftem Tourismus also keine Spur.
Wer eine umweltschonendere Abenteuerreise in Zentral-Mexiko sucht, sollte folgendes Angebot einer Sierra Gorda-Huasteca-Tour anschauen:
http://www.mexico.2page.de
Leider sind auch wir auf einen Geländewagen angewiesen, fahren jedoch nur ausgelastet (mehr als 2 Personen) und auf als solche gedachten, mehr oder weniger befestigten Wegen.
Mit den allerbesten Grüssen,
Ihr Marc
Leider geht es beim mexikanischen Abenteuertourismus eben leider auch um solche Auswüchse. Auto-Cross hat nichts mit Natur zu tun, und den Cross-Over-Jet auch nur in die Nähe von Ökotoruismus zu rücken, ist schon fatal. Aber im Großen und Ganzen hält der Ökotoruismus in Mexiko, was er verspricht.
Leider wird der Begriff “Abenteuer- und Öko-Tourismus” in Mexico sehr weit gefaßt.
Als ich gestern (2.6.06) auf der ExpoAventura war, fiel mir das Modell eines Betreibers auf, das nichts weiteres als eine Moto- und Auto-Cross-Piste in der Natur ist (ausgeklügelter als die Pisten in “La Marquesa”); verschiedene Anbieter werben mit Gotcha (Kriegsspiel mit Farbkugeln); Acapulco nennt das Fahren mit einem Hochgeschwindigkeits-Boot auf dem Río Papagayos “Öko-Tourismus”.
Vorsicht also, wenn man etwas in der Richtung buchen will und einem etwas daran liegt, die lokale Flora und Fauna zu schützen. Besser fragt genau nach, was da gemacht wird und entscheidet dann, ob Ihr das tun wollt.