Mexikos Riviera Nayarit: Ein weitgehend unberührtes Paradies

Von Herdis Lüke

Kilometerlange helle Sandstrände vor dem tiefblauen Wasser des Pazifik, dahinter eine fantastische Bergwelt mit üppiger tropischer Natur: Das ist über weite Strecken die Küste der Riviera Nayarit am mexikanischen Pazifik, die sich über rund 161 Kilometer von Nuevo Vallarta bis nach San Blas im Norden zieht. Kleine Fischerorte, die erst langsam zum touristischen Leben erwachen, ziehen sich die Küste entlang von Nuevo Vallarta bis nach San Blas: Ein weitgehend unberührtes Paradies, so wie Mexiko noch vor 40 Jahren war, bevor die so genannten Integral Geplanten Zentren wie Cancún, Iztapa oder Huatulco an Mexikos herrlichen Küsten entstanden.

Ungestört an unberührten Stränden: Surfer bei San Pancho (Foto: Herdis Lüke)

Ungestört an unberührten Stränden: Surfer bei San Pancho (Foto: Herdis Lüke)

Stille Bucht: Rincón de Guayabitos (Foto: Herdis Lüke)

Wer's ruhiger mag: Bucht in Rincón de Guayabitos (Foto: Herdis Lüke)

Auch Nuevo Vallartra, in direkter Nachbarschaft nördlich von Puerto Vallarta an der berühmten Banderas-Bucht gelegen, ist ein solches auf dem Reißbrett entstandenes modernes Ferienzentrum mit Traumhotels, herrlichen Stränden, Poollandschaften, Spas und einer Weltklasse-Gastronomie, in denen die Gäste jeglichen Stress hinter sich lassen und einfach nur genießen können. Viele Hollywood-Stars genießen hier abgeschirmt von Paparazzi und Fans unbeschwerte Tage. Berühmt sind die jährlichen internationalen Segelregatten, Surf- und Sportfischerei-Turniere und Festivgals wie das Internationale Gourmet-Festival, das die Riviera Nayarit gemeinsam mit Puerto Vallarta im November austrägt.

Poolanlage Hotel Grand Verlas Nayarit (Foto: Herdis Lüke)

Hotel Grand Verlas Nayarit (Foto: Herdis Lüke)

Grand Velas Nayarit: Das perfekte Hideaway für Gestresste (Foto: Herdis Lüke)

Hideaway für Gestresste (Foto: Herdis Lüke)

Damit ist die Riviera Nayarit eine Ferienregion der Kontraste, in der der Tourist von Luxushotels der „Grand Turismo“-Kategorie bis zu 3-Sterne-Häuser auch urige oder gar einfache Gästehäuser findet. Inzwischen hat die Riviera Nayarit, wie der neue touristische Korridor 2007 genannt wurde, 22 000 Hotelbetten und ist noch lange nicht an ihre Grenzen gestoßen. Und eigentlich möchte man sich das auch gar nicht wünschen, so schön die Hotels in Nuevo Vallarta auch sind.

Ein solches Hotel ist das Grand Velas in Nuevo Vallarta, das als das beste und schönste der 21 Luxushotels gilt, die sich weitläufig in tropischen Parkanlagen verteilen. Schon wer die riesige offene Palapa betritt, hat das Gefühl in einer anderen Welt angekommen zu sein. Zum Einchecken muss sich der Gast gar nicht erst an die Rezeption bewegen. Er sitzt in einem gemütlichen großen Sessel, lässt sich von einer Masseurin den Nacken massieren und erfrischt sich mit einem kalten Frotteetuch das Gesicht, während er an einem köstlich kalten Fruchtsaft nippt. Der Spa lässt grüßen! Bis nach ein paar entspannenden Minuten der Schlüssel gebracht wird und der Bell Boy einen in die Suite begleitet. Das Hotel ist in einem Halbbogen zum Meer hin gebaut, jede einzelne der großzügigen Suiten hat eine kleine, von üppigen Bougainvilleen umrinkte Terrasse mit einer Doppelliege, von der aus der Gast den Blick aufs Meer und die wunderschöne Poollandschaft genießen kann.

Stress adieu schon bei der Ankunft im Grand Velas (Foto: Herdis Lüke)

Stress adieu schon bei der Ankunft im Grand Velas (Foto: Herdis Lüke)

Nayarit hat traumhafte Golf-Anlagen. Hier: Litibú (Foto: OVC Riviera Nayarit)

Nayarit hat traumhafte Golf-Anlagen. Hier: Litibú (Foto: OVC Riviera Nayarit)

Wasser plätschert in kleine Teiche entlang der wie ein Fluss geschwungenen Wege im Erdgeschoss, von wo aus es in die riesige Gartenanlage mit den Pools und dem zum Wasser durch hohe Glasscheiben geschützten Restaurant am Strand geht. Es gibt keinen besseren Ort, als den Tag hier heiter anklingen zu lassen bei einem Frühstücksbuffet, das keinen Wunsch offen lässt und die Auswahl wirklich schwer macht. Fünf Tage reichen kaum aus, um alles zu probieren. Gleiches gilt für das Mittags- und Abendbuffet. Und wer immer noch etwas anderes ausprobieren möchte, auf den warten drei edle Restaurants, eines mit mexianischer, eines mit italienischer und eines mit französischer Küche. So verwöhnt wird ein Gast selten in einem All-Inclusive-Ressort.

Nördlich von Nuevo Vallarta liegt der elegante Jachthafen La Cruz de Huanacaxtle, in dem teuere Segel- und Motorjachten aus den USA und Kanada ankern. Wer sich abends langweilt, der kann sich ein Taxi nehmen und ins südlich gelegene Puerto Vallarta fahren, wo sich abends entlang der hübschen autofreien Uferpromenade oder in den Gassen der Alststadt die Feriengäste tummeln. Restaurants, Bars, Boutiquen, Lounges, Galerien, Kunsthandwerk – das Angebot ist groß und vielseitig.

Jachthafen La Cruz de Huanacaxtle bei Nuevo Vallarta (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Jachthafen La Cruz de Huanacaxtle bei Nuevo Vallarta (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Blick auf das Hotel Imanta in Litibú an der Riviera Nayarit (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Nuevo Vallarta ist inzwischen auch bei Europäern sehr beliebt. Jede Woche landet ein Charterflieger von Tui Niederlande in Puerto Vallarta mit Gästen aus den Niederlanden und den Nachbarländern. Sie verteilen sich auf All-Inclusive-Anlagen in Nuevo Vallarta und Punta deMita wie das Palladium, das durch einen großzügigen tropischen Park und einen botanischen Garten mit einem Mini-Zoo besticht.

Hotel St. Regis in Punta Mita an der Riviera Nayarit (Foto: Herdis Lüke)

Hotel St. Regis in Punta Mita an der Riviera Nayarit (Foto: Herdis Lüke)

Gigantisch: Die Hotelanlage La Tranquila in Litibú (Foto: Herdis Lüke)

Gigantisch: Die Hotelanlage La Tranquila in Litibú (Foto: Herdis Lüke)

Abgeschiedenen Luxus pur bietet Punta de Mita aber auch mit exklusiven Häusern. Dazu gehören das Four Seasons, das St. Regis und La Tranquila in Litibú, umgeben von oder inmitten professioneller 18-Loch-Golfanlagen gelegen. Das La Tranquila ist eine gigantische Anlage, von dem erst ein Haus mit Apartments und Suiten fertiggestellt ist, dessen Luxus und edle Ausstattung schier blendet. Im riesigen Pool, der wie ein Stern mehrarmig angelegt ist, dürften sich die Gäste selbst bei vollem Haus nicht in die Quere kommen. Es wäre schade, wenn diese Gigantomanie der herrlichen Küste ihre natürliche Schönheit rauben würde.

Einen Vorgeschmack auf das, was die Touristen nördlich von Nuevo Vallarta und jenseits der mordernen Touristenzentren erwartet, bietet das malerische Städtchen Bucerías – hier ist keine Spur von Massentourismus.

Gemütlich und ursprünglich: Sayulita (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Gemütlich und ursprünglich: Sayulita (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Sayulita - das mexikanische St.Peter-Ording (Foto: Herdis Lüke)

Sayulita - das mexikanische St.Peter-Ording (Foto: Herdis Lüke)

Das noch ursprüngliche typische Mexiko beginnt nördlich von Litibú mit den kleinen Fischerorten Sayulita und San Francisco, auch liebevoll San Pancho genannt . Gerade erst erwachen die Orte aus ihrem Dornröschenschlaf und öffnen sich Touristen – auch dank der amerikanischen und kanadischen Aussteiger und Rentner, die sich hier niedergelassen haben. Die Strände von Sayulita und San Francisco gehören zu den besten Surfstränden Mexikos. Aber in San Pancho gibt es auch den einzigen Poloclub an der Pazifikküste. Kaum zu glauben, wenn man durch diesen kleinen sympathischen Ort spaziert.

In Sayulita ist der Strand voll von Surf-Schulen – da kommt einem automisch die in Sankt Peter-Ording gedrehte deutsche Telenovela „Gegen den Wind“ in den Sinn. Sayulita macht sich inzwischen schön für die Touristen; die Straßen werden gepflastert, Häuser renoviert. Überall gibt es kleine Läden mit Kunsthandwerk der Huichol-Indianer, die in Jalisco, Nayarit, und Teilen von San Luis Potosí beheimatet sind.

Die Huicholes-Indianer sind mehrheitlich in Nayarit ansässig (Foto: OCV Nayarit)

Die Huicholes-Indianer sind mehrheitlich in Nayarit ansässig (Foto: OCV Nayarit)

Kunst der Huicholes: Motive in kleinen Perlen - Chakira genannt (Foto: Herdis Lüke)

Kunst der Huicholes: Motive in kleinen Perlen - Chakira genannt (Foto: Herdis Lüke)

Wer sich nicht so gerne in die Brandung stürzt, dem sei Rincón de Guayabitos empfohlen, ein weiterer zauberhaufter kleiner Ort Richtung Norden, an einer ruhigen Bucht gelegen, in der auch Kinder im Wasser toben und Senioren schwimmen können. Hier gibt es eine Reihe sehr schöner Hotels, die gerade weil sie nicht den Luxus der großen Hotelketten kopieren, sympathisch und bezahlbar sind.

Fisch frisch gegrillt am Strand: Ein Fest für den Gaumen (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Fisch frisch gegrillt am Strand: Ein Fest für den Gaumen (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Obsttand am Straßenrand: Ein Paradies für alle Sinne (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Obsttand am Straßenrand: Ein Paradies für alle Sinne (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Über die Fernstraße 200 geht es weiter Richtung Norden – mal der Küste und unendlich weiten, völlig unberührten Sandstränden entlang, mal durch das topisch-üppige Hinterland mit seinen Plantagen und Kokospalmen – so ist das Mexiko, das man sich immer wieder vorstellt: Bunt, duftend nach Mangos und anderen tropischen Früchten. An der Küste lockt der Geruch nach Fisch und Meeresfrüchten, die auf kokelnden Grills entlang den Dorfstraßen gebrutzelt werden – eine große Versuchung!

Hafen San Blas: Mehr Fischerboote als Jachten (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Hafen San Blas: Mehr Fischerboote als Jachten (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Die Kirchenruine bei der Festung San Blas (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Die Kirchenruine bei der Festung San Blas (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Kurz vor San Blas, auf dem Weg zur malerischen Bucht Matachén, liegt der Nationalpark La Tovara mit einem dichten Mangrovenwald in einer Flussmündung, Habitat von rund 500 Arten von endemischen und Wandervögeln aus Kanada und den USA, die hier überwintern. Von der Anlegestelle Embarcadero La Aguada kann man sich gemütlich in einem Boot durch die Mangroven schippern lassen und die Vögel beobachten – gelegentlich dösen auch Krokodile am Ufer. Seine Hände sollte man also möglichst nicht ins Wasser halten! San Blas ist deshalb auch Gastgeber eines Internationalen Vogel-Festivals, das jährlich im Januar veranstaltet wird und das zahlreiche Ornithologen aus der ganzen Welt lockt. Während der Sommermonate sind Insektenschutzmittel ein unbedingtes Muss.

Selbst Polo spielen ist in Riviera Nayarit möglich (Foto: OCV Riviera Nayarit)

Selbst Polo spielen ist in Riviera Nayarit möglich (Foto: OCV Riviera Nayarit)

In den Mangroven von La Tovara bei San Blas (Foto: Herdis Lüke)

In den Mangroven von La Tovara bei San Blas (Foto: Herdis Lüke)

San Blas ist eine alte Festungsstadt, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gegründet wurde. Beliebt ist sie natürlich nicht nur bei Ornithologen – gerade ihre hervorragenden Surfstrände locken viele junge Leute an. In diesem Städtchen, in dem es einige nette Hotels gibt, lässt es sich wunderbar ein paar Tage ausruhen. San Blas ist auch ein Geheimtipp für Gourmets. Im Hotel Garza Canela tischt eine der besten Köchinnen Mexikos und die Star-Köchin der Riviera Nayarit auf: Betsy Vázquez. Probieren Sie mal Ihre kalte Erbsencremesuppe mit Minze. Ein Genuss, erst recht wenn es heiß ist.

Weitere Informationen zur Riviera Nayarit:

Riviera Nayarit Oficina de Visitantes y Convenciones, Av. Cocoteros No. 85 Sur, Nuevo Vallarta. Tel.: 01-322-297 2516. URL: www.rivieranayarit.com

Hotel Nuevo Vallarta:

Grand Velas, Av. Cocoteros 98 Sur, Nuevo Vallarta, Riviera Nayarit, Tel.. 01-322-226 80 00. URL: www.velasresorts.com

Hotel Punta de Mita:

Palladium Vallarta Resort & Spa, Carretera Punta de Mita Km. 11.5, Tel.: 01-329-226 9900, URL: www.fiestahotelgroup.com

Hotels in Rincón de Guayabitos: www.guayabitos.com

Restaurants:

Sayulita:

Restaurant & Bar Don Pedro – liegt direkt am Strand und bietet hevorragende Fisch- und Meeresfrüchte-Gerichte, aber auch einfache Snacks.

San Blas:

Hotel Garza Canela, Paredes No. 106, Sur. Tel: 01-323-285 0112. URL: www.garzacanela.com

Das Restaurant des Hotels ist ein weit über die Grenzen Nayarits bekannter Gourmettempel!

Über Herdis

Die deutsche Journalistin und Autorin Herdis Lüke hat Mexiko zu ihrer Wahlheimat gemacht. Das erste Mal lebte sie bereits von 1974 bis 1976 und von 1978 bis 1986 in Mexiko. Auch während ihrer 20 Jahre als Journalistin in Hamburg hat sie Mexiko immer wieder besucht und darüber geschrieben - als Autorin u. a. in den Mexiko-Travelnews. Seit 2006 lebt sie wieder permanent in Mexiko.