Von Herdis Lüke
Mexico City ist eine Stadt, in der man das Wort Langeweile nicht kennt. Irgend etwas ist immer irgendwo los, und dass die Stadt auch für Touristen einen hohen Erlebniswert hat, zeigen schon die Touristenzahlen. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 46 Millionen, davon rund 12,5 Millionen Ausländer aus 188 Ländern, angeführt von USA und Kanada sowie europäischen Ländern wie Großbritannien, Spanien, Frankreich und Deutschland. Im Inlandstourismus hält die Hauptstadt vor allen anderen touristischen Destinationen Mexikos die Nase vorn.
Sie verfügt über eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur. Vom Internationalen Flughafen von Mexiko-Stadt starten und landen Maschinen aus aller Welt; auf dem Landweg ist die Hauptstadt über fünf Autobahnen zu erreichen. Von vier großen Busbahnhöfen im Norden (Central del Norte), Zentrum (TAPO), Westen (Observatorio) und Süden (Taxqueña) geht es fast im Minutentakt in Ziele in der mexikanischen Provinz.
Preisgekrönte Gastronomie
„Capital en Movimiento“ (Hauptstadt in Bewegung) lautet das Motto der Aztekenmetropole, die mit rund 22 Millionen Einwohnern einschließlich Speckgürztel zu den größten der Welt zählt. Und sie ist immer in bewegung, Tag und Nacht. Hier gibt es allein 120 Museen und mehr als 100 Theater, unzählige Galerien und eine Gastronomie, die der Stadt inzwischen den Ruf als Goutmetmetropole Lateinamerikas eingebracht hat.
Dafür stehen Restaurants von preisgekrönten Starköchen wie das „Izote“ von Patricia Quintana, „Dulce Patria“ von Martha Ortiz, „Guadiana“ und „Náos“ von Mónica Patiño, das „Oca“, dessen Chef, der Ibizenker Vicente Torres kürzlich als bester Koch Mexikos den begehrten Gastronomiepreis „Millesime“ erhielt, eben so wie das „Pujol“ (Chef: Enrique Olvera) als bestes Restaurant der Stadt. Patricia Quintana wurde für ihr bisheriges Lebenswerk ausgezeichnet. Die Liste ließe sich noch fortsetzen.
Nicht weniger spektakulär ist das Nachtleben – schicke Lounges, urige Tanztempel (Kuba und Brasilien lassen grüßen), witztige Bierkneipen (z. B. im Stadtteil Condesa) sowie Musikbars (Jazz, Latino Jazz, Boleros usw.). Unsere Tipps finden Sie am Ende des Artikels.
Außer zahlreichen Attraktionen wie den Museen – jeweils am letzten Mittwoch eines Montags haben die Museen bei der „Nacht der Museen“ bis 22:00 Uhr geöffnet – und den vielen Kulturerbestätten der Unesco in der Stadt – allen voran das Historische Zentrum, Tlatelolco mit dem Platz der drei Kulturen, die Autonome Universität von Mexiko UNAM, das Haus des Arechitekten Luis Barragán und die Schwimmenden Gärten von Xochimilco – bietet Mexiko fast an jedem Wochenende Großveranstaktungen für jeden Geschmack und Geldbeutel: Konzerte, Sportereignisse, Festivals, Umzüge.
Internationale Orchester, Bands und Stars geben sich hier die Klinke in der Hand: An Veranstaltungarenen mangelt es nicht. Da ist allen voran das Auditorio Nacional am Paseo de la Reforma, das gigantische Aztekenstadion, das Stadion des Fußballclubs Cruz Azul, das Olympia-Stadion und die Stierkampfarena, dazu noch mehrere Messezentren.
Jeden Sonntag werden die Hauptfahrstreifen des Paseo de la Reforma für Radler, Skater und Fußgänger von 08:00 bis 14:00 Uhr gesperrt – ein Sonntagsvergnügen, das zunehmend Anhänger findet. Auch die Radtouren, die einmal im Monat nachts durch organisiert werden, hat viele Fans.
Leckerbissen auch für Naturliebhaber
Selbst für Agrartouristen und Naturliebhaber kann Mexiko-Stadt mit einigen Leckerbissen aufwarten: Da ist der Nationalpark Desierto de los Leones mit dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden ehemaligen Kloster der Barfüßigen Karmeliterinnen, der erloschene Vulkan Ajusco mit seinen Wäldern, der im Winter häufig schneebedeckt ist, die im Süden der Hauptstadt liegenden Dörfer Mixquic, das berühmt ist für seine traditionellen Totenfeiern am 1. Und 2. November, und San Pedro Actopan, wo immer im Herbst die traditionelle Mole-Messe gefeiert wird. Hier ist das Hauptanbaugebiet von Nopal und Amarant.
Eine einzigartige Erlebniswelt bieten die vielen traumhaften Parks in Mexiko-Stadt. Allein der Chapultepec-Park umfasst drei riesige Sektionen. Hier liegen der Zoo und das berühmte Schloss. Zu den schönsten Stadtteilparks zählen der Parque España (Condesa), der Parque Hundido (Florida) und Parque de los Venados (Narvarte). Der Parque España ist Treffpunkt der Yuppies der Condesa, die hier ihre vierbeinigen Lieblinge spazieren führen, um sich dann in einem der zahlreichen Cafés dem ausgiebigen Flirten zu widmen.
Mexikos Einkaufszentren: Paradies für Kaufsüchtige
Wer sich mit schicken Klamotten und Accessoires eindecken möchte, muss nicht nach New York, Los Angeles oder Hourston fliegen. Mexico City ist ein verlockendes Konsumparadies. Die elegantesten Einkaufszentren liegen im hypermodernen, auf dem Reißbrett entstandenen westlichen Vorort Santa Fe, deren avantgardistische Architektur wirklich spektakulär ist. Die Plaza Comercial Santa Fe ist gigantisch und verfügt sogar über eine Golf Range, die derzeit erweitert wird. Hier gibt es auch für Kinder eine fantastische Erlebniswelt im „Kidzania“, eine Stadt für Kinder, wo sie Erwachsene spielen können als Bäcker, Reisebüromanager oder Gastronom. Der Eintritt ist nicht ganz billig, aber nach Santa Fe zieht es eh nur Leute, die nicht auf den Geldbeutel achten müssen. Elegante Hotels und feine Restaurants runden das Angebot ab.
Eben so elegant, aber etwas kleiner, ist das vom Stararchitekten Javier Sordo Magdaleno entworfene Antara im Stadtteil Polanco. Architektonisch interessant wegen ihrer riesigen Glaskupptel und treppenförmigen Architektur ist die Shopping Mall „Código Reforma 222“, das im Dreieck zwischen Paseo de la Reforma und Insurgentes Centro in unmittelbarer Nachbarschaft zum Vergnügungsviertel Zona Rosa liegt – ein beliebter Treffpunkt für Leute, die in den umliegenden zahlreichen Büros arbeiten. Schön zum Bummeln und Einkaufen ist auch Centro Coyoacán (Av. Universidad und Churubusco). In fast allen großen Einkaufszentren gibt es auch Großkinos.
Wer hingegen traditionell einkaufen möchte, der sollte unbedingt durch das Historische Zentrum bummeln. An der Avenida 20 de Noviembre haben sich zu Anfang des vorigen Jahrhunderts die ersten großen Kaufhäuser in Mexiko-Stadt niedergelassen. Am schönsten ist der Palacio de Hierro, mit einer herrlichen Art Déco-Decke. Gegenüber liegt das Kaufhaus Liverpool, das eben so zur gehobenen Klasse gehört. An dieser breiten Prachtstraße, die zum Zócalo mit der Kathedrale und dem Präsidentenpalast führt, und der parallelen Pino Suárez liegen viele Modeläden – vor allem für Abendmode, und die gibt es zu Preisen, von denen man in Europa nur träumen kann. In mehreren kleinen Passagen locken Boutiquen, in denen man schicke Sachen für wenig Geld bekommt. In den engen Gassen hinter Kathedrale und Nationalpalast reiht sich in den Straßen ein geschäft ans andere – und in machen Hinterhöfen tun sich richtige Märkte auf – ein paradies für Schnäppchenjäger.
Wer nach einem ausgiebigen Einkaufsbummel gut essen möchte, dem sei das „Cardenal“ in der Straße Palma 23 empfohlen, zwischen 5 de Mayo und Madero. Das Restaurant hat nicht nur sehr schöne Räume, sondern hervorragendes mexikanisches Essen. Eine weitere Filiale des Restaurants gibt es im Hotel Hilton am Alameda Park.
Keine Angst: Mexiko-Stadt ist sicher
Mexikos Hauptstadt ist in den vergangenen Jahren sicherer geworden. Inzwischen hat sie sogar den Ruf, die sicherste Stadt Mexikos zu sein. Seit die Regierung von Mexico City die Empfehlungen des ehemaligen Bürgermeisters von New York, Rudy Guliani, der mit seiner “Null-Toleranz”-Politik in New York Erfolg hatte, umsetzt, kann man nicht nur im Historischen Zentrum bis spät in die Nacht durch die Straßen flanieren, ohne überfallen zu werden.
An jeder Sraßenecke gibt es funktionierende Kameras, die Polizei patroulliert ständig durch die Straßen. Dies gilt vor allem für die Stadtteile Polanco, Condesa, Cuauhtémoc, Roma, Juárez, Zentrum Coyoacán, San Angel und del Valle. Auch die Parks sind auch nachts beleuchtet sind, in den meisten Parks ist obendrein eine kleine Polizeistation.
2001 hatte der damals regierende Bürgermeister Andrés Manuel López Obrador – der jetzt nach 2005/2006 zum zweiten Mal für die Linke als Kandidat für die Präsidentschfatswahlen 2012 antritt – den charismatischen US-Amerikaner als Sicherheitsberater zu Hilfe gerufen. Mit Erfolg – aber klar sollte trotzdem jedem sein, dass auch Ganoven nie schlafen – so wenig wie in Berlin, Hamburg, Frankfurt, New York, London oder Paris. Vorsicht ist also immer und überall geboten.
Unsere Tipps für Essen und Trinken:
Mexikanische Autorenküche:
Izote, Presidente Masaryk 513, Colonia Polanco, Tel: 5280-1671 / 5280-1265
Dulce Patria, Anatole France 100, Col. Polanco, Tel. 3300-3999
Guadiana, Río Guadiana 19, Colonia Cuauhtémoc, Tel. 5535-0951
Náos, Palmas 425, Col. Lomas de Chapultepec, Tel. 5520-5702
Pujol, Francisco Petrarca 254, Colonia. Polanco, Tel.: 5545-4111,
5545-3507
Los Danzantes, Jardín Centenario 12, Zentrum Coyoacán, Tel. 5554-1213, 5554-2896
International:
OCA, Moliere 50, Col. Polanco, Tel.: 5281-5052 / 5281-5055
Milo’s, Amsterdam 308, Col. Condesa, Tel.: 5564 8712
Argentinisch:
Quebracho, Río Lerma No. 175, Ecke Río Guadalquivir, Tel.: 5208 – 3999
Italienisch:
Gaviria, Plaza Luis Cabrera, Orizaba 7, Colonia Roma Norte, Tel.: 5564-1146
Französisch:
Cluny, Av. de la Paz 57, Colonia San Ángel, 5616-3582, 5550-7350
Für Nachtschwämer:
Bar/Restaurant Museo del Tequila, Plaza Garibaldi, Historisches Zentrum, Tel.: 55 26 65 40
Patrona, Campeche 367, Colonia Condesa, Tel.: 5211-9798
El Rioma, Insurgentes Sur 377, Colonia Condesa, Tel.: 5366-6593 (freitags und sonnabends)
Bar Sí, Veracruz 42, Colonia Roma Norte, Tel.:5286-4837
Blue Monk Jazz Bistro, Revolución 1600, Colonia San Angel, Tel.: 5550-1908
Xampañería, Nuevo León 66, Colonia Condesa, Tel.: 4432-4073
La No. 20, Andrés Bello 10, Colonia Polanco, Tel. 5281-3524
Zinco Jazz, Motolinia 20, Historisches Zentrum, Tel.: 5512-3369












Hallo Frau Lüke,
erst mal möchte ich mich für die interessanten und vorallem auch sehr informativen Texte bedanken. Ich verfolge schon länger Ihren Blog und bin immer wieder von den Artikeln beeindruckt…