Lonely-Planet-Leser wählten ihre Reisefavoriten für das kommende Jahr
Von Patrick Junkers
Melbourne/Oakland/London – „Wenn Sie das Geld und die Zeit hätten, 2012 eine Stadt und ein Land zu besuchen, zu welchen Orten würden Sie sich aufmachen?“, diese Frage stellte Lonely Planet der internationalen Leserschaft im Oktober im Webportal des Verlags. Hunderte von Antworten gingen ein, aus denen die Experten des weltweit größten Reiseverlags eine engerere Auswahl, die zehn Finalisten, auszulesen hatten. Die Kriterien, die dabei angelegt wurden, waren die bloße Nennungshäufigkeit einerseits, aber auch die Überzeugungskraft der mitgelieferten Begründung für die Nominierung eines bestimmtem Landes und einer bestimmten Stadt. Über 3.000 Leser beteiligten sich anschließend an der Wahl des Spitzentipps für das Reisejahr 2012, am Ranking also jener zehn übrig gebliebenen Länder und Städte. Und siehe da: Mexiko und die Stadt Puebla befinden sich unter den Top Ten der Lesergunst!
Die beiden ersten Plätze der „Best in Travel 2012 Readers‘ Choice Awards“-Rangliste hatten sich die Vulkaninsel Island (32%) und deren 200.000-Seelen-Hauptstadt Reykjavik (27%) erkämpft. In der Kategorie Land folgen: Italien (13%), Indien (10%), die Philippinen (10%), die Türkei, Kolumbien, Großbritannien, Slowenien, die USA und Mexiko. Die Städte, welche das Lonely-Planet-(Online-)Publikum für besonders besuchenswert hält bzw. im kommenden Jahr gerne besuchen würde, sind – nach Reykjavik –: Lissabon (15%), Istanbul (10%), Barcelona (10%), London, Berlin, Bangkok, Rio de Janeiro, New York und Puebla. (Weitere Einzelheiten können Sie auf der Webpräsenz von Lonely Planet unter folgendem Link in Erfahrung bringen: http://www.lonelyplanet.com/europe/travel-tips-and-articles/76855.)
Dass nun ein klassisches Reiseland wie Mexiko unter den begehrtesten zehn Reisezielen einer (möglicherweise repräsentativen) Teilgruppe von Lonely-Planet-Freunden erscheint, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich.
Größeres Gewicht erhält die Wahl – wenn es auch nur ein zehnter Platz ist – aber vielleicht, wenn man den Umstand berücksichtigt, dass konkret nach den Wünschen für 2012 gefragt worden war, und in Rechnung stellt, welch finsteres, wenig einladendes Bild von Mexiko die internationalen Medien gerade in den letzten Jahren gezeichnet haben: Drogenkrieg und Naturkatastrophen beherrschen die Berichterstattung. Sehen die Reisenden aus dem Dunstkreis der „Bibel für Rucksacktouristen“ die Dinge differenzierter? Oder hat etwa gar eine „angekündigte Katastrophe“ das Interesse der Reiselustigen auf Mexiko (und die übrigen Mayaländer) gelenkt?
Das vermeintliche Ende der Maya-Zeitrechnung am 21.12.2012 markiert ja für manch einen gleichzeitig das Datum des bevorstehenden Weltuntergangs; für andere wird Ende 2012 eine neue Ära des Bewusstseins beginnen. Hollywood und Konsorten schürten die Hysterie, und für Lonely-Planet-Autor Dan Savery Raz steht fest: „Was auch immer Ihre Ansicht ist, diese ganze ‚Maya-Manie‘ macht 2012 zum ultimativen Jahr, die mysteriösten Ruinen der Erde kennen zu lernen.“
Puebla – das ja relativ weitab vom Mayakulturraum liegt – scheint einen wesentlich größeren Bekanntheitsgrad zu haben, als man vielleicht vermutet hätte. Freilich schwärmte bereits einer der größten Reisenden aller Zeiten, Alexander von Humboldt, vom überaus reichen und malerischen Anblick der Stadt, die ihn unter den Strahlen der mexikanischen Sonne in ihren Bann schlug.





