Letzte Aktualisierung: 20:10 Uhr Ortszeit
Chetumal/Mérida, 7. August (MTN) –Der tropische Sturm „Ernesto“ hat an diesem Dienstag die Hurrikan-Kategorie 1 der Skala Saffir-Simpson erreicht. Er befand sich am frühen Abend etwa 225 Kilometer westlich von Chetumal, der Hauptstadt des Bundesstaats Quintana Roo an der Grenze zu Belize. Mit Winden von bis zu 132 Stundenkilometern bewegte er sich mit einer Geschwindigkeit von 24 Stundenkilometern nach Osten-Nordosten Richtung Punta Allen, teilte die Zivilschutzbehörde in Chetumal mit. Es wurde die höchste Alarmstufe Orange ausgerufen. das bedeutet höchste Gefahr.
Auch die Zivilschutzbehörden in Mérida, Yucatán, riefen die höchste Alarmstufe aus. Es wurde damit gerechnet, dass der Hurrikan am frühen Mittwochmorgen auf Land trifft.
Betroffen sind den Angaben nach vor allem der Süden und das Zentrum der Küstenregion von Chetumal bis Tulum, also praktisch die gesamte Grand Costa Maya, wie der touristische Korridor genannt wird. Dazu gehören auch Bacalar und die Halbinsel Majahual, wo sich auch einer der bedeutendsten Kreuzfahrthäfen der Karibik befindet. “Ernesto” wird dem gesamten Südosten Mexikos – also auch Campeche, Tabasco, Chiapas, Oaxaca – schwere Unwetter bringen; ab Mittwoch früh werden die Auswirkungen auch in Zentralmexiko mit schweren Regenfällen zu spüren sein.
An der Karibikküste wurde das sogenannte Staatliche Lokalisierungssystem von Touristen (Sistema Estatal de Localización de Turistas, Seltur) aktiviert. Das System wurde 2008 ins Leben gerufen und ermöglicht es den Behörden, den Hotelvereinigungen und den Konsulaten, die Touristen in der möglichen Gefahrenzone zu lokalisieren und zu betreuen. Am Dienstag sei damit begonnen worden, die Daten zu sammeln. Gerechnet werde mit etwa 1700 Touristen. In der Region stünden 237 Schutzräume mit einer Kapazität für 82 975 Menschen bereit.
Auch das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) ist auf den Notfall vorbereitet und wird die archäologische Stätten in der betroffenen Region besonders schützen. Dafür würden die Pyramidenanlagen für das Publikum gesperrt, teilte INAH am Nachmittag mit. Betroffen seien 18 archäologische Stätten, darunter auch Chichén Itzá, Xcambó und Dzibilchaltún. (DMZ/hl)





